Monday, August 24, 2026
Education
Arthur Schopenhauer (1788-1860), Parerga and Paralipomena, Vol. II, Chapter 21, § 244 (tr. Adrian Del Caro and Christopher Janaway):
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When we see the many and manifold institutions of teaching and learning and the great throng of pupils and masters, one could think that the human race is quite keen about insight and truth. But here appearance is deceiving. The masters teach in order to earn money and they do not strive for truth, but for its appearance and standing; the pupils do not learn in order to attain knowledge and insight, but in order to babble and give themselves airs. Thus a new generation like this appears every thirty years, a wide-eyed child, knowing nothing and in all haste summarily devouring the results of human knowledge accumulated over thousands of years, and then claiming to be smarter than all the past. For this purpose he attends universities and reaches for books, moreover for the newest ones as his contemporaries and peers. Everything has to be brief and new, just as he is new!
Wenn man die vielen und mannigfaltigen Anstalten zum Lehren und Lernen und das so große Gedränge von Schülern und Meistern sieht, könnte man glauben, daß es dem Menschen geschlechte gar sehr um Einsicht und Wahrheit zu thun sei. Aber auch hier trügt der Schein. Jene lehren, um Geld zu verdienen und streben nicht nach Weisheit, sondern nach dem Schein und Kredit derselben: und Diese lernen nicht, um Kenntniß und Einsicht zu erlangen, sondern um schwätzen zu können und sich ein Ansehn zu geben. Alle dreißig Jahre nämlich tritt so ein neues Geschlecht auf, ein Kuck in die Welt, der von nichts weiß und nun die Resultate des durch die Jahrtausende angesammelten menschlichen Wissens, summarisch, in aller Geschwindigkeit in sich fressen und dann klüger als alle Vergangen heit seyn will. Zu diesem Zweck bezieht er Universitäten und greift nach den Büchern, und zwar nach den neuesten, als seinen Zeit- und Altersgenossen. Nur Alles kurz und neu! wie er selbst neu ist.
